JO SCHÖPFER - FESTSTOFFE

Einzelausstellung mit Bronzeobjekten und Zeichnungen

Wir eröffnen die Ausstellung am Freitag, 22. Oktober 2021, 18 bis 21 Uhr, nach dem
2G Modell. Das setzt für unsere Besucher*innen den Nachweis der vollständigen Impfung
oder Genesung voraus.

Alle anderen sind herzlich eingeladen, sich die Ausstellung vom 23. Oktober bis einschließlich 10. November - mit Maske und Abstand - anzusehen.

In seinen Bronzeplastiken und -reliefs erschafft Jo Schöpfer Körper und Kompositionen mit einer klaren, der Minimal Art verpflichteten Formensprache. In der Beschäftigung mit Masse, Raum und Volumen bewegen sich die Werke formal häufig an der Grenze zwischen Bildhauerei und Architektur. Und dennoch wohnt den meisten Arbeiten durch die ungewöhnlichen Oberflächen etwas Organisches und Emotionales inne. Während er seine Modelle aus verformbaren Stoffen wie Wellpappe, Wachs oder Balsaholzstäben baut, die beim Bronzegussverfahren gänzlich verbrennen, werden die Formen in starre Körper – eben Feststoffe – überführt. Dabei bleiben die Oberflächenstrukturen des ursprünglichen Materials sichtbar erhalten.
Viele Arbeiten verfügen durch die Verwandlung des plastischen Kerns in eine zum Raum hin geöffnete Form eine gewisse Leichtigkeit, womit der Künstler den sich über Masse und Volumen definierenden traditionellen Skulptur-Begriff aufbricht und filigrane Strukturen erschafft, die als das Dazwischen, als Form gebende Leerräume, Gestalt annehmen.
Die Kombination aus harten, starren Materialien und verschiedenen Oberflächen, die Rhythmik der Linien und Flächen sowie die offenen, lediglich umschriebenen Volumen entfalten eine ganz eigene Kraft.
Der Betrachter kann die Skulpturen nur dann genügend erfassen, wenn er um das einzelne Werk herumgeht, es in der Bewegung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und hinein- und hindurchblickt.
Parallel zu den Plastiken, Reliefs und Wandarbeiten entstehen Zeichnungen in Bleistift, Tusche und Aquarell als eigenständige Werke. Kleine, spannungsreiche Formen, die an Schöpfers dreidimensionale Gefüge erinnern, ziehen auf dem großzügigen Umraum des Blattes die Aufmerksamkeit auf sich und beeindrucken durch ihre zurückhaltende Geste.

Jo Schöpfer, 1951 in Coburg geboren, studierte von 1974 bis 1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und Kunstgeschichte an der Universität in Stuttgart. Er erhielt 1985 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1986 wurde ihm der Phillip-Morris-Preis, 1987 das Stipendium der Villa Massimo in Rom und 1989 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn verliehen.
Von 1985 bis 1990 folgte er einem Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe. Schöpfer ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Weiterhin ist er im Sachverständigenkreis Kunst am Bau im Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit. Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen.


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