NÄCHSTE AUSSTELLUNG AB 17. JUNI 2022

MATS BERGQUIST - JON GROOM : ZUGVOGEL

Eröffnung am Freitag, 17. Juni 2022, 18-21 Uhr
Ausstellung bis 9. Juli 2022

Das Werk von Mats Bergquist kann am besten als Reflektionen über Leere, Licht und Ruhe bezeichnet werden (Bruno Corá) und tatsächlich bilden diese außergewöhnlich stillen Bilder und Objekte Projektionsflächen für das Unsichtbare, aber Erlebbare. In seinen nahezu monochromen Werken vereint er alte, traditionelle Techniken mit einer zeitgenössischen Formensprache und kreiert einen einzigartigen Ort der Stille. Dabei führt er seine vorwiegend weißen und schwarzen Werke in einem aufwändigen und disziplinierten Verfahren aus, das die über 1.000 Jahre alte Tradition der russischen Ikonenmalerei – die Enkaustik – aufgreift. Auf einem mit Leinen bespanntem Bildträger aus Holz trägt der Künstler mehrere Schichten aus Leim und Kalk auf. Wiederholt wird die Oberflächen bestrichen und glatt geschliffen. Erst durch die abschließende Schicht einer Mischung aus flüssigem Wachs und Pigment, die ebenfalls in einem langen Prozess poliert wird, erhalten die Arbeiten die typischen, teils matten, teils glänzend-atmosphärischen Oberflächenstrukturen, die einen haptischen Effekt erzeugen. In einem harmonischen Zusammenspiel von Kontemplation, Kunst und dem Prozess des rituellen Schaffens entstehen Kunstwerke, die dem Betrachter einen Zugang zu anderen Dimensionen bieten.
Mats Bergquist, 1960 in Stockholm geboren, lebt und arbeitet im südschwedischen Lövestad. Zwischen 1978 und 1987 hat er in Stockholm und Paris Kunst und Kunstgeschichte studiert. Bergquist wuchs in verschiedenen Ländern der Welt auf, darunter in Russland, Polen und China. Das Interesse und die Offenheit an den vielseitigen kulturellen Einflüssen sowie das meditative und kontemplative Arbeiten finden Eingang in seine minimalistische Kunst, die von poetischer Sensibilität ist.

Jon Grooms Acryl-Malerei war jahrzehntelang von geometrischen, geschlossenen Farbflächen dominiert, die mit ihren scharfen Konturen zur Hard Edge-Malerei zählte.  Während von den Bildern eine kontrollierte Strenge ausging, entstehen seit etwa 2 Jahren unter dem Titel MANTRAS & YANTRAS Ölbilder und Aquarelle, bei denen die Farbfelder durch unscharfe Ränder und Überlagerungen verschiedener Grade der Lumineszenz und Dichte gekennzeichnet sind. Auch hier steht die Farbe im Fokus seines künstlerischen Schaffens, die sich - losgelöst von jeglicher narrativer Funktion - selbst repräsentiert.
“MANTRA is a vehicle to facilitate the focus on the mystery which is beyond easy definition. That which remains hidden, yet which is everything. YANTRA is a geometric diagram used as an icon for contemplation. PAINTING fills the space between the words - the areas that cannot be spoken about.” (Jon Groom, 2021)
Jon Groom, 1953 in Powys, Wales, geboren, lebt und arbeitet in Bernried am Starnberger See. Er studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien. Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten (u.a. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München/Städtische Galerie im Lenbachhaus, München/Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen/Victoria & Albert Museum, London/National Museum of Wales, Cardiff/MoMA Museum of Modern Art, New York/Philadelphia Art Museum, Philadelphia).

Die Duoshow ZUGVOGEL ist die erste, gemeinsame Ausstellung der sich gegenseitig sehr schätzenden Künstlerkollegen.