INES DOLESCHAL - RAUM:ZEICHEN

Einzelausstellung zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus (Malerei und Collagen)
Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2019.

11. bis 22. Mai 2019

Zur Langen Nacht der Museen Hamburg am Samstag, 18. Mai, haben wir zusätzlich
von 18 bis 24 Uhr geöffnet!

Unter dem Titel „raum:zeichen“ zeigen wir architekturbezogene Malerei, Arbeiten auf Papier und Collagen von Ines Doleschal.

Leitmotiv ihrer künstlerischen Arbeit ist die städtische Architektur, die sie zeichnerisch und fotografisch aufnimmt, um sie im Atelier zu dekonstruieren und künstlerisch neu zusammenzusetzen. So entstehen farbintensive Malereien und Collagen von Raumstrukturen und Architekturdetails, die zwischen akkurater Beobachtung und kühner Raumutopie changieren. In Auseinandersetzung mit dem Bauhaus erarbeitet Doleschal seit Jahren Werkserien auf Papier und Leinwand und erprobt in einem elementaren Sinn die Möglichkeiten der Malerei in der Zwiesprache mit dem Raum.

In einer aktuellen Serie nähert sie sich einem Thema, das auch im Jahr des Bauhaus-Jubiläums nur zögernd Beachtung findet: Zwar hatte Gropius 1919 noch alle Talentierten „ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht“ ans Weimarer Bauhaus geladen, doch zeigte sich bald, dass er und seine Werkmeister den vielen Bewerberinnen die Königsdisziplinen Architektur, Stadtplanung und Malerei nicht zutrauten. Sie wurden entsprechend der tradierten Vorstellung, Frauen könnten nur im Kunsthandwerk reüssieren, in die Webereiklasse delegiert. Damit bediente sich auch das „avantgardistische“ Bauhaus jahrhundertealter, längst überholter Rollenklischées. Doleschal widmet ihre Collagenserie „bauhaus, weiblich“ Künstlerinnen wie Otti Berger, Gunta Stözl oder Anni Albers, die bis heute im Schatten ihrer männlichen Bauhaus-Kollegen oder Meister-Ehemänner stehen.

Ines Doleschal wurde 1972 in Waiblingen/Baden-Württemberg geboren; sie lebt und arbeitet in Berlin.