CHRISTIAN F. KINTZ - OVER THE EDGE

16. April - 5. Mai 2021
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Das Werk des Hamburger Künstlers Christian F. Kintz zeigt eindrucksvoll die Lebendigkeit von Monochromer Malerei, Minimal Art, Abstraktem Expressionismus und Farbfeldmalerei, in deren Traditionen er steht und die er auf eigenständige Weise kontinuierlich weiterführt.
In der jüngsten Werkreihe von Farbfeldbildern ummantelt der Künstler die bereits bearbeitete Leinwand zu etwa Dreiviertel mit Bleiblech und bemalt dieses wiederum mit Acryl. Die Besonderheit und Faszination dieser Bleibilder liegt auch in der Materialität, der einzigartigen Stofflichkeit und der speziellen Farbigkeit des Bleis, die zwischen Grau und Blau changiert und ein feines Spiel mit den natürlichen Patinierungen eingeht. Das Blei dient in diesen Werken zugleich als Bildgrund und „Malmittel“, dessen Oberfläche sich mit der Zeit verändert. Der organisch wirkenden Oberfläche werden geometrische Farbfelder entgegengesetzt. Anders als bei der Ölfarbe auf Leinwand weist das Acryl auf Blei durchaus einen Pinselduktus auf. Annähernd regelmäßige Farbflächen werden neben- und untereinander gesetzt, wobei der Untergrund durch die Pinselspuren hindurchscheint und ein eigenes, faszinierendes Leben entwickelt. 
Farbe, Oberfläche, Rand und der gesamte Raum bleiben die zentralen Themen. Mit ihren Oberflächenstrukturen bewegen sich viele der Arbeiten im Grenzbereich zwischen Malerei, Relief und Objekt, was bei den aktuellen Arbeiten mit Blei besonders hervortritt. Die Farbe ist in allen Werkgruppen gleichermaßen Träger, Material, Inhalt und von einer Konsistenz, der eine körperliche Präsenz und Ausstrahlung im Raum innewohnt.

1968 in Freiburg i. Breisgau geboren, studierte Kintz zunächst in Freiburg (1989-93 Freie Akademie für Bildende Kunst) und anschließend in Hamburg (1993-98 Hochschule für Bildende Künste).
Seine Werke, zu denen neben Leinwandbildern, Objekten, Wallpaintings und Papierarbeiten auch Fotografien und Prints zählen, werden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen (u. a. Haus Konstruktiv/Zürich, Konst på Andersen/Stockholm, Museum gegenstandsfreier Kunst/Otterndorf, PEAC Paul Ege Art Collection/Freiburg).



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