GERHARD HOTTER - EINE POESIE MATHEMATISCHER STRUKTUREN

Malerei

Eröffnung am Freitag, 14. Januar 2022, 18-21 Uhr
nach dem 2-G-Plus-Zugangsmodell. Daher bitten wir Sie, für die Ausstellungseröffnung
den Nachweis Ihrer vollständigen Impfung oder Genesung und Ihren Lichtbildausweis bereitzuhalten, sowie einen tagesaktuellen Negativtest. Für Personen, die bereits eine Auffrischimpfung erhalten haben, entfällt die Testpflicht.
Bitte tragen Sie eine Maske!

19 Uhr Gespräch mit Gerhard Hotter

Ausstellungsdauer: 14. Januar bis 5. Februar 2022

Gerhard Hotter erkundet in seinen Werken das bildnerisch-poetische Potenzial mathematischer Strukturen. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Verwendung spezifischer Zahlenreihen, die als Material für vielschichtige, teils serielle, teils solitäre Bildwerke dienen - ganz im Sinne der konkreten Malerei. In der Komposition wirken die Elemente zufällig gesetzt, sind aber streng systematisch angeordnet. Rhythmisierung, Überlagerungen und Farbgeflechte öffnen den Blick auf eine klare Schönheit der Mathematik und kreieren einen meditativen Gegenpol zur immer deutlicher wahrgenommenen Flüchtigkeit des täglichen Lebens.
Die Werke aus der Serie der LINEATUREN fallen durch eine ungewöhnliche Rhythmik senkrechter Linien auf. Weder der Goldene Schnitt noch die Folge der natürlichen Zahlen, der Fibonacci Reihe oder andere geläufige Zahlenmuster lassen sich erkennen, denn Hotter verwendet die Langford-Reihen, die zwar seit langem bekannt sind, aber in der Bildenden Kunst bisher nicht genutzt wurden: Dabei unterteilt er eine gerade Linie in kleine Teilstrecken der Längen 1, 2, 3, 4, ... . Die Unterteilung erfolgt so, dass z. B. zwischen einem Abschnitt der Länge 1 und einem weiteren der Länge 1 genau eine Strecke anderer Länge liegt. Auf einer Strecke der Länge 2 folgen genau 2 Strecken anderer Länge, bis wieder die Länge 2 auftaucht. Ein Beispiel wäre: 4 1 3 1 2 4 3 2. Die Unterteilung dieser waagerechten Bänder erfolgt hier exakt nach den Regeln der Langford-Reihen, sie ist weder willkürlich noch zufällig gesetzt. Der Künstler verwendet meist Ziffernfolgen von 1 bis 8, paarweise so angeordnet, dass gleiche Ziffern immer die ihrem Wert entsprechende Anzahl anderer Ziffern einklammern.
In der Werkgruppe der PYRAMIDS wird der Betrachter in verschiedene Wahrnehmungsebenen geführt. Auch hier bilden die Langford-8-Sequenzen die Basis. Über einem Raster aus 8 mal 16 diagonal geteilten Feldern entsteht eine scheinbare Plastizität, die an Pyramidenformen erinnert, wie sie auch in der Renaissance häufig in den Diamantierungen des Rustica-Mauerwerks Florentiner Palazzi zum Einsatz kamen und zur Bezeichnung dieser Werkreihe führten.
Es lassen sich aber ebenso Formgruppierungen oder Zusammenschlüsse von bänderartigen Elementen erkennen, die vor einem Farbraum zu schweben scheinen.
Der Künstler wurde 1954 in Nürnberg geboren, er lebt in Nürnberg und Paris. Von 1976 bis 1981 hat er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Günter Dollhopf studiert. Seine Werke sind zahlreich in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.