CHRISTIAN F. KINTZ - SEHR

Wir verschieben unsere für Ende März geplante Ausstellung und halten Sie über den neuen Termin auf dem Laufenden.

Das Werk des Hamburger Künstlers Christian F. Kintz zeigt eindrucksvoll die Lebendigkeit von Monochromer Malerei, Minimal Art, Abstraktem Expressionismus und neuerdings der Farbfeldmalerei, in deren Traditionen er steht und die er auf eigenständige Weise kontinuierlich weiterführt. Dabei versteht er die Malerei als einen Prozess, in dem sich Farben und Oberflächen durch den fortwährenden Auftrag vieler übereinander liegender und glatt gestrichener Schichten verschiedener Farbmischungen mit dem Spachtel entwickeln. Der erste, monochrom anmutende Farbeindruck der Oberflächen mit der speziellen Tonigkeit der letzten Schicht löst sich bei eingehender Betrachtung auf, denn von der Seite aus betrachtet geben die Bilder den Blick auf das dickflüssig hervortretende Farbmaterial preis und machen die Entstehung als Prozess sichtbar. In jüngster Zeit hat der Künstler eine neue Werkreihe von Farbfeldbildern begonnen, bei denen er die bereits mit dem Spachtel bemalte Leinwand zu etwa Dreiviertel mit Bleiblech ummantelt. Die Besonderheit und Faszination dieser Bleibilder liegt in der Materialität, der einzigartigen Stofflichkeit und der speziellen Farbigkeit des Bleis, die zwischen Grau und Blau changiert und ein feines Spiel mit den natürlichen Patinierungen eingeht. Das Blei dient in diesen Werken zugleich als Bildgrund und „Malmittel“, dessen Oberfläche sich mit der Zeit verändert. Der organisch wirkenden Oberfläche werden geometrische Farbfelder entgegengesetzt. Anders als die Leinwand saugt dieser Malgrund nichts auf und die Farbmaterie lagert sich gleichmäßig auf der Oberfläche ab. Annähernd regelmäßige Farbflächen werden neben- und untereinander gesetzt, wobei der Untergrund durch die Pinselspuren hindurchscheint und ein eigenes, faszinierendes Leben entwickelt.

Farbe, Oberfläche, Rand und der gesamte Raum bleiben die zentralen Themen. Mit ihren Oberflächenstrukturen bewegen sich viele der Arbeiten im Grenzbereich zwischen Malerei, Relief und Objekt, was bei den aktuellen Arbeiten mit Blei besonders hervortritt. Der Künstler arrangiert seine Arbeiten unterschiedlicher Formate und Farbgebung zu wandfüllenden Gruppierungen, Reihungen und Gegenüberstellungen und setzt die reduzierten, aber von einer starken Präsenz charakterisierten Oberflächen zueinander in Beziehung. Die Farbe ist in allen Werkgruppen gleichermaßen Träger, Material, Inhalt und eine Konsistenz, der eine körperliche Präsenz und Ausstrahlung im Raum innewohnt.

1968 in Freiburg i. Breisgau geboren, studierte Kintz zunächst in Freiburg (1989-93 Freie Akademie für Bildende Kunst) und anschließend in Hamburg (1993-98 Hochschule für Bildende Künste), u. a. bei Prof. Franz Erhard Walther. Seine Werke, zu denen neben Leinwandbildern, Objekten, Wallpaintings und Papierarbeiten auch Fotografien und Prints zählen, werden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen (u. a. Haus Konstruktiv/Zürich, Konst pa Andersen/Stockholm, Museum gegenstandsfreier Kunst/Otterndorf, Ege Kunst- und Kulturstiftung/Freiburg).