Die neue Ausstellung beginnt am 17. Februar 2023!

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Isabelle Borges - Haleh Redjaian

Eröffnung am 17. Februar 2023, 18-21 Uhr
Ausstellungsdauer bis 11. März 2023

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Diese erste, gemeinsame Ausstellung von Isabelle Borges und Haleh Redjaian zeigt die Arbeiten zweier Künstlerinnen, deren kompositorisches Vokabular von den Grundformen der Geometrie geprägt ist. Parallelen finden sich vor allem auch in den Arbeitsprozessen, bei denen der spielerische Umgang mit Linien und Flächen kontinuierlich zu neuen Strukturen und Kompositionen führt, die sich auf ein Wechselspiel mit dem Raum einlassen.

Isabelle Borges (*1966 in Salvador, Brasilien) ungegenständliche Bilder, Murals, Collagen und Installationen finden ihren Ursprung in ihren fotografischen Naturstudien und stellen sowohl einen Bezug zu den Neo-Konkreten aus Brasilien her sowie zu den Vertretern der europäischen und New Yorker Schule der 1950er und 1960er Jahre. Somit ist ihr Werk von dem künstlerischen Einfluss zweier Kontinente geprägt – sie studierte in Rio de Janeiro an der Escola de Artes Visuais, u. a. bei Beatriz Milhazes, und anschließend an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Prof. Christian Megert, der die internationale Gruppe ZERO maßgeblich mit beeinflusste. Anders als den europäischen Konstruktivisten geht es Borges jedoch nicht um die Geometrie der reinen Form ohne eine Anbindung an die Natur und einen möglichen Illusionsraum. Sie lässt sich gern vom Zufall inspirieren, von Strukturen, die sie in der sichtbaren Umwelt findet. Dabei komponiert die Künstlerin ein permanentes Wechselspiel von Flächigkeit und dargestellter Räumlichkeit.

Haleh Redjaian (*1971 in Frankfurt/Main) studierte erst Kunstgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt und im Anschluss Zeichnung, Druckgrafik und Bildhauerei an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen, wo sie ihr Studium in Bildender Kunst abschloss. In Berlin arbeitete sie acht Jahre als Assistentin des bekannten venezolanischen Künstlers Arturo Herrera. Auch sie schöpft in ihren Arbeiten aus der Vielfalt zweier Kulturbereiche, indem sie in ihren Linienzeichnungen auf Papier, auf handgewebten Teppichen und in raumgreifenden Installationen die geometrische Tradition der westlichen Moderne mit persischer Ornamentik verbindet. Obwohl sie auf dem Papier oft mit Lineal, auf den Teppichen und in ihren Rauminstallationen mit geradlinig verspannten Fäden ihre Linien zieht, setzt ihre Arbeit auch auf die Störung und Unzulänglichkeit des Rasters, eines geordneten Systems, das nie absolut dominant, aber auch nicht rein funktional ist. In ihren Textilarbeiten dienen traditionelle Teppiche als Grundlage für ein komplexes, vielschichtiges Gefüge aus Fäden, die die Künstlerin sorgfältig an der Oberfläche anbringt, um damit abstrakte Muster zu gestalten. Dabei lässt sie Unregelmäßigkeiten und Abweichungen in dieser sonst strengen Ordnung zu. Ihre Formfindungen stehen immer in einem direkten Zusammenhang zu Objekten, architektonischen Fragmenten und der Natur ihrer unmittelbaren Umgebung.