CONSTANZE VOGT - ZEICHNUNGEN UND OBJEKTE

Einzelausstellung
Eröffnung am Freitag, 28. Juni 2024, ab 18 Uhr
Einführung um 19 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend.

Ausstellungsdauer bis 20. Juli 2024

Constanze Vogts Werk umfasst Zeichnung, Objekt und Installation, mit denen kontinuierlich Materialtransformationen und Übersetzungen zwischen den Medien erzeugt werden. Sie vergleicht ihre künstlerische Praxis mit einer linearen Schreibbewegung, bei der sie zeichnet, Fäden spannt, näht und stanzt. Sie verwendet fragile und ephemer erscheinende Materialien wie Papier, Garn, Stoff und Holz.
Ihre Zeichnungen sind exakt geführte, mit dem Lineal gezogene, gleich lange Linien, durch deren Überlagerungen unregelmäßige, organisch anmutende Formgebilde entstehen, die an Möbiusbänder, Pflanzen oder Knoten erinnern und den zugrunde liegenden, zeitintensiven Arbeitsprozess erahnen lassen. Die Gebilde und Faltungen vermitteln eine Idee von Dauer und zirkulärer Zeitlichkeit.
Die Zeichnungen übersetzt sie mit den monumentalen Objekten in den dreidimensionalen Raum, spannt Baumwollgarn an Holzreifen unterschiedlicher Größen, so dass deren Umrisse an Abstraktionen des menschlichen Körpers erinnern. Die Objekte werden zur physischen Zeichnung im Raum, hängen wie Mobiles von der Decke, bewegen sich, interagieren mit Licht und Schatten und werden somit fortwährend vom Betrachtenden unterschiedlich wahrgenommen. Zartheit und Monumentalität treffen aufeinander. Obwohl die Außenform der Hängeskulpturen ein flächiges Muster ergibt, überlagern sich die Fadenlinien im Raum optisch und neue, ungeplante Muster – flimmernde Moiré-Effekte – werden je nach Position des Betrachtenden wahrnehmbar.
Zwischen den Zeichnungen an den Wänden und den Skulpturen im Raum entsteht eine Interaktion von grafischer und objekthafter Form. Dieser Übergang von der Linearität zur Dreidimensionalität innerhalb des Zeichenprozesses und zwischen den Medien ist von zentraler Bedeutung in Vogts Arbeiten. Die gerade Linie, die in der Natur nicht existiert und Produkt der Kultur ist, trifft auf natürlich wirkende Formen, die aus der Beobachtung von Pflanzen, menschlichen Körpern oder Texturen entstehen. Vermeintliche Widersprüche treffen aufeinander: Von Kultur und Natur, Rationalität und Emotionalität, raumeinnehmender Präsenz und Fragilität.

Constanze Vogt wurde 1984 in Bielefeld geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, zuletzt bei Prof. Arnold Dreyblatt. Außerdem absolvierte sie ein Gaststudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.