Betty Rieckmann

Betty Rieckmann wurde 1986 in Palo Alto/Kalifornien geboren und wuchs in Deutschland auf. Zunächst studierte sie Malerei und Grafik bei Professor Erwin Gross an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und im Anschluss Lichtdesign in Hildesheim. Rieckmann verbindet in ihren Werken das Wissen um die Geschichte der Malerei mit technischem Wissen, was ihre einzigartigen Arbeiten so besonders macht. Sie arbeitet parallel an unterschiedlichen Werkgruppen, zum Beispiel „a morphing Frank Stella“ oder „between clouds“ und erschafft Objekte und ganze Installationen aus Licht. In ihren Werkgruppen stellt sie auf formaler Ebene kunsthistorische Bezüge her, wie zu den Malern Frank Stella oder neuerdings zu Mark Rothko. Ihre große Faszination gilt auch den Lichträumen von James Turrell, die ihr als Inspiration dienen. Der Betrachter findet sich in still pulsierenden Farbräumen wieder, die nach behutsamen Rhythmen changieren. Dabei variiert die Skala des Farbspektrums und je langsamer die Zeitabfolge der Lichtbewegung ist, desto weniger vermag das Auge die sich vollziehenden Farbmetamorphosen überhaupt wahrzunehmen.
Mit den Werken aus der Serie „a morphing Frank Stella“ greift Rieckmann die Idee von Stellas Bildern „concentric squares“ auf und bringt die statische Farbwirkung in Bewegung. Man ist fast versucht zu sagen, sie male mit Licht! Die Arbeiten nehmen Stellas Rahmenfärbungen dreidimensional auf und ersetzen sie durch Licht. Blickt man frontal auf das Werk, verliert es durch das Erleuchten der Farbfelder seine dreidimensionale Form und damit auch an Tiefe. Die Lichtskulptur wird wieder zum Lichtbild und gleicht einer farbigen Leinwand. Das Licht verändert sich kontinuierlich und lässt unbegrenzt viele Farb- und Raumkombinationen entstehen. Durch die Wahl bestimmter Farbkombinationen treten einzelne Flächen in den Vordergrund oder in den Hintergrund – Rot zum Beispiel rückt nach vorne, Blau nach hinten. Die Werke bekommen eine fast hypnotische Ausstrahlung, die den Betrachter in die Lichtbilder zu ziehen scheint.
Die Arbeiten der jüngeren Werkgruppe „between clouds“ leuchten in einem diffusen Licht, was die Grenzen zwischen den einzelnen Farben zum Verschwimmen bringt und an die vibrierende Kraft der Bilder von Mark Rothko mit ihren unscharfen Farbflächen erinnert. Der Betrachter wird hier in eine kontemplative Stimmung versetzt.
Die Künstlerin verarbeitet in ihren Lichtskulpturen moderne LED-Technik, die von einer speziellen Software gesteuert wird. Die Farben verändern sich in ihren Objekten beständig und so ruhig, dass es vom menschlichen Auge zuerst gar nicht wahrgenommen wird. Die jeweils unterschiedlich programmierten Werke erzeugen eine potentiell unendliche Vielfalt an dynamischen Farbverläufen und Farbkombinationen und formieren sich zu einer Rauminstallation, die ihre Umgebung nachhaltig beeinflusst.
Die Farben Rot, Grün, Blau und Weiß mischen sich in verschiedenen Intensitäten (0-250). Die Farbkombinationen erscheinen nach dem Zufallsprinzip, keine Kombination wiederholt sich auf dieselbe Weise, jede Farbkombination ist einzigartig.

Geboren 1986 in Palo Alto, USA. Lebt und arbeitet in Karlsruhe.

2011

Diplom an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

2014

BA in Lichtdesign an der HAWK Hildesheim


Preise

2017

Offenburger Förderpreiskreis 2. Platz

2016

Andre Evard Preis Kunsthalle Messer, Riegel

2015

Top 10 bei den Warsteiner Blooom Awards

2014

Besucherpreis am Museum Modern Arts Hünfeld


Sammlungen

Credit Suisse Bank, Frankfurt
EnBW Energie Baden-Württemberg, Karlsruhe
Museum Ritter - Sammlung Marli Hoppe-Ritter, Waldenbuch
Sammlung Würth
Sammlung Siegfried Grauwinkel, Berlin
Natus GmbH, Trier
Schufa Holding AG, Wiesbaden

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019

Betty Rieckmann - Farbräume, Galerie Nanna Preußners, Hamburg
Diffuser Schein, Schloss Agathenburg, Stade

2017

lucid dreams, DA Gravenhort Hörstel, Gravnhort Hörstel

2016

Art 10, Gegenüber, Pförtnerhäußchen am Alten Schlachthof, Karlsruhe

2015

Art 10, Gegenüber, Pförtnerhäußchen am Alten Schlachthof,  Karlsruhe

2014

chromatic works, Fettschmelze, Karlsruhe, SE


Gruppenausstellungen (Auswahl)

2019small matters - Kunst im kleinen Format, Galerie Nanna Preußners, Hamburg
2017

Dark, Arnsberg
schwein gehabt, Alter Schlachthof, Karlsruhe
Open Codes ZKM, Karlsruhe

2016

André Evard Preis Ausstellung, Messmer Kunstkalle, Riegel
Luminale Frankfurt, Dreikönigskirche
Socha à Objekt XXI, Bratislava
If wishes were fishes, LaVallée, Brüssel
Spazio COMEL Arte Contemporanea, Latina
Für die Kunst! 20 Jahre Ateliereinblicke bei der EnBW, Karlsruhe
sechs im salon, Karlsruhe

2015

light tourists, Luis Leu, Karlsruhe
schwein gehabt, Alter Schlachthof, Karlsruhe
light trees Schlosspark KA300, Karlsruhe
5. Platine-Festival, Köln
taming the light-Lichtinstallationen, KunstHaus Potsdam, Potsdam

2014

Kunst Total, Museum Modern Art, Hünfeld

2013

schwein gehabt, Alter Schlachthof, Karlsruhe

lollipop worlds and life inside an armadillo, Light Move Festival, Lodz