PAPER LOVE
Eröffnung am Donnerstag, 13. August 2026, 17:00 - 20:00 Uhr
In Kooperation mit der Galerie J.J. Heckenhauer in deren Räumen in der Theresienstraße 48, Kunstareal München.
Von uns werden Papierarbeiten von Antje Blumenstein, Daniela Wesenberg und Tilmann Zahn zu sehen sein - aus dem Programm der Galerie Heckenhauer von Jana Morgenstern, Emil Schult und Lukas Weiss.
Ausstellungsdauer bis 5. September 2026
Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa 12-15 Uhr u.n.V.
Seit 2013 steht die Linie im Fokus von Antje Blumensteins künstlerischem Schaffen. Die als „Lines“ bezeichnete Werkgruppe minimalistischer Papierfalzungen bezeugt ihre Hinwendung zu grundlegenden, konkreten Fragestellungen und der Erkundung von Wahrnehmungsvorgängen, sowie die Konzentration auf wenige Materialien und auf Licht, verbunden mit linear erzeugten geometrischen Strukturen und Formationen auf der Fläche und im Raum. Diese technisch äußerst reduzierten Falzzeichnungen spielen - als Kippbild aus zwei- und dreidimensionaler Papierarbeit - in ganz besonderer Weise mit Licht und Schatten. Dabei stellt die Künstlerin mit so wenigen Schritten wie nötig so viel Raum wie möglich her.
Im Oeuvre von Daniela Wesenberg dient die Linie als grundlegendes gestalterisches Element. Dabei ist eine größtmögliche Transparenz und Leichtigkeit charakteristisch, indem die Künstlerin filigrane, zerbrechlich erscheinende Strukturen erschafft, in denen auch das Dazwischen, als Form gebende Leerräume, Gestalt annimmt. Bei den in Serien und Variationen angefertigten Arbeiten auf Papier verdichten sich zarte, mit hoher Konzentration und immer wieder neben- und aneinander gesetzte Linien und suggerieren, es könne dabei um Annäherung, Berührung, Ballung und Überschneidung gehen. Ausgangspunkt ihrer aktuellen Serie „Mapping“ sind Papierstreifen, die sie in der Frottage-Technik bearbeitet, wachst, schneidet, knotet und zu reliefhaften Strukturen montiert.
Tilmann Zahns filigrane Arbeiten aus zerrissenem Papier bewegen sich zwischen Malerei und Objekt. Er setzt sich mit den Themen Fragilität und Stabilität auseinander und fängt den flüchtigen Zustand ständiger Veränderung ein. Das Papier ist gleichermaßen Bildträger wie auch selbst Bild, da das Verfahren des Herausreißens einzelner Stücke ein Gebilde entstehen lässt, das eher einer Skulptur gleicht als einem gemalten Bild. Am Ende des Arbeitsprozesses durchdringt verdünnte Ölfarbe das Papier und lässt dabei eine Tiefenwirkung entstehen. Die Präsentation, fast schwebend mit Abstand zur Wand, unterstreicht nicht nur die Objekthaftigkeit der Werke, sondern verweist mit ihrem Schattenwurf gleichzeitig auch auf die Flüchtigkeit und Veränderlichkeit, die jeder Form und jedem Wesen innewohnt.