Jon Groom

Jon Groom hat sich der ungegenständlichen Malerei verpflichtet und konzentriert sich auf ein reduziertes Farb- und Formvokabular, dessen Wiederholung einen Vergleich zu einer Mandala oder einem Mantra zulässt. Von den klar definierten, geometrischen Farbflächen geht eine kontrollierte Strenge aus, was für den Maler eine wirkungsvolle Möglichkeit darstellt, sich nicht treiben zu lassen, wie er sagt, sondern die Ratio vorzuschalten. Und dennoch strahlen seine Bilder eine extreme Emotionalität aus, die den Betrachter in den Bann zieht und mit der Groom die Poesie in die Kunst zurück bringt. Wer sich auf seine Arbeiten einlässt, wird beides erleben: Einfachheit und Komplexität. Auf den ersten Blick mutet seine Formensprache einfach an, der Betrachter erlebt jedoch einen vielschichtigen Farbraum-Kosmos von starker Präsenz und suggestiver Strahlungsenergie.
In seiner aktuellen Serie der SANDOKAI PAINTINGS überzieht Groom die Holztafeln Schicht um Schicht mit seinen mit großer Erfahrung austarierten delikaten Pigmentmischungen, in die viel Kristallines eingebunden ist. Diese Schichten bzw. diese Haut, geben den strengen geometrischen Flächen Raum und Körper. Sie lassen sie zuweilen in den Raum hinein wachsen, ergreifen den Betrachter und umhüllen ihn mit ihrer Atmosphäre.
Der Titel SANDOKAI PAINTINGS ist einem Gedicht entlehnt, einem der wichtigsten buddhistischen Texte, die im Soto-Zen rezitiert und studiert werden. Übersetzt bedeutet er „Die Harmonie zwischen Unterschied und Gleichheit“ und stellt die Essenz der Buddha-Lehre dar. Das Sandokai handelt von der Verwirklichung der fundamentalen Einheit innerhalb der Widersprüche und der Dualität, die von unserem Gehirn hervorgebracht werden.

Jon Groom wurde 1953 in Powys, Wales, geboren und studierte am Cardiff College of Art (B.A.) sowie an der Chelsea School of Art (M.A.) in London. Im Anschluss daran ermöglichte ihm das Boise Stipendium der University of London einen Amerikaaufenthalt. Er verbrachte eine längere Zeit in London, New York, Mexiko, Italien und Indien. Seit 1978 wird Grooms Werk auf breiter internationaler Ebene ausgestellt und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten (u.a. Bayerische Staats-
gemäldesammlungen, München/Städtische Galerie im Lenbachhaus, München/Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen/Victoria & Albert Museum, London/National Museum of Wales, Cardiff/MoMA Museum of Modern Art, New York/Philadelphia Art Museum, Philadelphia).
Er lebt und arbeitet in München.