Jo Schöpfer

Jo Schöpfer baut unter Verwendung von patinierter Bronze, gefasstem Glas und eloxierten Aluminiumtafeln transparente Körper und lichte Kompositionen mit einer klaren, der minimal art verpflichteten Formensprache. In seiner Beschäftigung mit Masse, Raum und Volumen bewegen sich die Werke häufig an der Grenze zwischen Bildhauerei und Architektur. Schöpfer arbeitet innerhalb mehrerer Serien, die sich in der Wahl des Materials und der Formgebung unterscheiden. Die THRESHOLDS bilden eine Gruppe mit streng orthogonal angeordneten Stäben und Stegen, in die Glasplatten eingeschoben werden, während die als SFERA benannten Werke aus ineinander ragenden Kreisen bestehen, die miteinander eine unregelmäßige Kugel umschreiben und organisch anmuten. Als UNITS bezeichnet Schöpfer mehrteilige Wandarbeiten aus eloxierten, farbigen Aluminiumtafeln, mit denen er seine Werke in die Nähe des klassischen, zweidimensionalen Wandbildes bringt. Die opake Fläche öffnet hier allein in den Fugen zwischen den Tafeln die Andeutung eines Raumes, während seine Objekte und gitterartigen Skulpturen den umschlossenen und sie umgebenden Raum konstituieren und strukturieren.
Die Kombination aus harten, starren Materialien und verschiedenen Oberflächen, die Rhythmik der Linien und Flächen sowie die offenen, lediglich umschriebenen Volumen entfalten eine ganz eigene Kraft. Der Betrachter kann die Skulpturen nur dann genügend erfassen, wenn er um das einzelne Werk herumgeht, es in der Bewegung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und hinein- und hindurchblickt.
Parallel zu den Skulpturen, Reliefs und Wandarbeiten entstehen Zeichnungen in Bleistift, Tusche und Aquarell als eigenständige Werke. Kleine, spannungsreiche Formen, die an Schöpfers dreidimensionale Gefüge erinnern, ziehen auf dem großzügigen Umraum des Blattes die Aufmerksamkeit auf sich und beeindrucken durch ihre zurückhaltende Geste.
1951 in Coburg geboren, studierte Schöpfer von 1974 bis 1980 Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und Kunstgeschichte an der Universität in Stuttgart. Er erhielt 1985 das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1986 wurde ihm der Phillip-Morris-Preis, 1987 das Stipendium der Villa Massimo in Rom und 1989 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn verliehen.
Von 1985 bis 1990 folgte er einem Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe. Schöpfer ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Weiterhin ist er im Sachverständigenkreis Kunst am Bau im Bundesministerium für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit. Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum sowie in öffentlichen Sammlungen.
Jo Schöpfer lebt und arbeitet in Berlin.